OKUTEC
Kunststoffverarbeitung GmbH
Großes Wert 23/1
89155 Erbach

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Auf der Kunststoffschiene etabliert

Erbach. (REGINA FRANK) Der Familienbetrieb Okutec blieb von der Wirtschaftskrise nicht verschont - dennoch haben die Inhaber Erweiterungspläne. Sie wollen anbauen, damit sie größere Maschinen aufstellen können.

Eine Unterlagscheibe ist so ziemlich das Einfachste, was die Firma Okutec (der Name steht für: Opfolter Kunst-stofftechnik) herstellt. Eine Ellipsenform, die ziemlich schwierig zu programmieren ist, können die Spezialisten aber genauso produzieren. Die Firma fertigt maßgenaue Kunststoffteile für ganz unterschiedliche Anwendungen in Maschinen und Geräten, in Nutzfahrzeugen und Flugzeugen, für Anwendungen in der Medizin: Isolatoren für das Luftschiff Zeppelin, Zahnräder für Antriebe in
Motoren, Seilrollen für Feuerwehrfahrzeuge, Rollen für Zahnarztstühle.

Der Erbacher Familienbetrieb beliefert ganz unterschiedliche Branchen, nur die Autoindustrie hat die Familie Opfolter ganz bewusst ausgeklammert: "Viele sind davon abhängig geworden", sagt Martin Opfolter, der vor zwei Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Peter den Betrieb vom Vater übernahm. Man will sich nicht dem Preisdiktat der Autokonzerne aussetzen und dem Risiko vor dem Nichts zu stehen, sollten deren Aufträge einmal ausbleiben.

Diese Geschäftspolitik stellte sich als erfolgreich heraus. Aus dem Ein-Mann-Betrieb, den Senior Hans Opfolter 1991 gekauft hatte und der vor zehn Jahren von Oberholzheim nach Erbach in das Große Wert zog, entwickelte sich ein kleines Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern, darunter zwei Zerspanungsmechaniker-Azubis. Der Umsatz ging in den vergangenen zehn Jahren stetig nach oben. "Wir hatten jedes Jahr Steigerungen", berichtet Opfolter. Bis 2008, als Okutec eine Million Euro Umsatz erwirtschaftete. Im vergangenen Jahr musste die Familie dann einen Einbruch von 30 bis 40 Prozent verkraften. Die Auftragsdelle konnte über die Zeitkonten ausgeglichen werden, außerdem wurde auf die Einstellung von Ferienarbeitern verzichtet. Opfolter betont nicht ohne ein wenig Stolz in der Stimme: "Wir hatten keine Kurzarbeit."

Unterdessen gedeihen sogar Erweiterungspläne - in dem Kunststoffbetrieb zog das Geschäft im November schon wieder etwas an. Außerdem möchte man sich mit größeren Maschinen, die größere Teile herstellen können, neue Marktanteile erschließen.

OKUTEC hat sich etabliert
Scharfe Kanten dürfen Kunststoffteile nicht aufweisen, weil sich daran jemand verletzten könnte. Die Chefs der Firma Okutec, Martin (links) und Peter Opfolter, kontrollieren das genau. Foto: Matthias Kesslerat



Ob der 150 000 Euro teure Anbau realisiert wird, hängt allerdings von der weiteren konjunkturellen Entwicklung ab. Opfolter: "Wir stehen in den Startlöchern."

Das Unternehmen hat am Standort Erbach schon viel investiert: 1,5 Millionen DM (rund 750 000 Euro) in das Gebäude, 1,5 Millionen Euro in moderne CNC-Fräs- und Dreh-Maschinen ("wir haben fast jedes Jahr eine neue gekauft"). Allein der Lagerlift für ein eigenes kleines Hochregallager kostete 150 000 Euro. Der Lift enthält übrigens einige Schienen und Rollen, die aus der Okutec-Produktion stammen. "Von vielen anderen Teilen wissen wir überhaupt nicht, wo genau sie eingebaut werden."

Dem Betrieb kommt zugute, in einer Wachstumsbranche zu agieren. Metall wird immer öfter durch Kunststoff ersetzt, wegen des geringeren Gewichts und anderer technischer Möglichkeiten. Doch der Markt ist umkämpft, und Okutec tritt auch gegen Mitbewerber an, die wesentlich größer sind.

Einen Wettbewerbsvorteil hat sich das Kleinunter-nehmen mit dem Hochregal-Lift verschafft: Es hat viele verschiedene Kunststoffe auf Lager und kann deshalb schnell produzieren und liefern. Sogar von einem Tag auf den anderen.

Wie viele andere Familienbetriebe auch, sind die Opfolters überdies extrem flexibel. "Wenn ein Kunde etwas morgen braucht, bleibe ich oder mein Bruder länger da, einer von uns macht das."
Zeitungsartikel der SÜDWEST PRESSE GmbH - Frauenstrasse 77 - 89073 Ulm, vom 15.01.2010